Die Phasen eines Mobbing-Prozesses

Ein Mobbing-Prozess läuft in 4 Phasen ab.

1. Phase: Ein Konflikt entsteht

Am Anfang steht immer ein Konflikt, wie es ihn ständig im Arbeitsleben gibt. Dieser kann entstehen durch Meinungsverschiedenheiten, durch Stress oder Arbeitsüberlastung etc. Dieser Konflikt wird nicht gelöst, sondern schwelt weiter. Vielleicht strebt niemand eine Lösung an, oder die Vorgesetzten unternehmen nichts. Für den/die Betroffene bedeutet das zunächst Verunsicherung und Stress.

2. Phase:Der Psychoterror beginnt

Der Konflikt wurde nicht gelöst bzw. bearbeitet und tritt nun in den Hintergrund. Jetzt wird die Person zur Zielscheibe. Sie wird für den Stress, für die Fehlerquoten etc. verantwortlich gemacht und direkt, wiederholt und vielfacher Weise angegriffen.

Es können jetzt auch Gerüchte entstehen. Diese Gerüchte tragen häufig dazu bei, dass sich die Annahme im Betrieb verbreitet, die Person sei an dieser Situation selber schuld. Das besondere an Gerüchten ist, dass sie immer Wirkung haben nach dem Motto "Ohne Rauch kein Feuer" oder "Es wird schon ein bisschen was dran sein!"

Für den/die Betroffene heisst das:

  • Stress, die Symptome von Phase 1 verstärken sich
  • Angst, Isolation
  • Erste psychosomatische Störungen treten auf (Herzklopfen, Schlafstörungen, Unruhe etc.)
  • Das Selbstvertrauen sinkt und der Kontakt zu anderen ist gestört, der/die Betroffene gerät in die Defensive.

3. Phase: Arbeitsrechtliche Massnahmen

Der/die Betroffene ist jetzt zum/zur "Problemmitarbeiter/-in" geworden. Er/sie ist unkonzentriert und macht nun Fehler. Es gibt messbare Ergebnisse z.B. Krankmeldungen, Fehlzeiten. Sofern der/die Vorgesetzte/-r nicht zu den MobberInnen gehört, muss er/sie spätestens jetzt auf die schlechtere Arbeitsleistung reagieren. Das bedeutet, dass nun alle Augen auf den/die Betroffene/-n gerichtet sind. Es handelt sich nun um einen "offiziellen Fall". Es folgen Kritikgespräche, Abmahnungen, Versetzungen, evtl. Androhung von Kündigungen.

Für die Betroffenen heisst das:

  • innere Kündigung, d. h. wenn er/sie eine Möglichkeit hat, den Betrieb zu verlassen und eine andere Stelle zu finden, dann ist er/sie weg.
  • Verunsicherung und Verzweiflung verfestigen sich - Zunahme der psychosomatischen Beschwerden
  • Es gibt evtl. ärztliche Fehldiagnosen, da immer noch viele Ärzt/-innen und Psycholog/-innen unzureichend über Mobbing und seine Auswirkungen informiert sind.

4. Phase: Ausgrenzung - Ausschluss aus der Arbeitswelt

Fortgeschrittene Mobbing-Fälle enden fast immer mit einem Ausschluss aus der Arbeitswelt. Die kann unterschiedlich ablaufen:

  • Die Betroffenen kündigen selbst.
  • Es gibt einen Auflösungsvertrag, eine Kündigung.
  • Die/der Betroffene ist nun als Folge des Mobbings dauerhaft erwerbsunfähig und wird frühverrentet.
  • Einlieferung in Nervenheilanstalt. Große Gefahr besteht durch Medikamentenmissbrauch und Suchtabhängigkeiten.

Mobbing hat sein Ziel - den Ausschluss aus der Arbeitswelt - nun erreicht!