Männerleben

Das Leben der Männer, ist es nun wirklich faszinierend?

Mann zu sein, nicht männlich genug zu sein? Wie oft habe wir schon die Behauptung gelesen: „Man wird nicht als Mann geboren, zum Mann wird man gemacht!“ Und wir haben es auch noch geglaubt! Dabei liegt heute auf der Hand, dass wir klar unterscheiden müssen zwischen Männlichkeit(en) und Mannsein. Man hat schon lange keine befreiendere Botschaft gehört, als die Worte: „Du bist ein Mann und du bleibst ein Mann. Dazu brauchst du nichts zu tun und nichts zu leisten. Von Geburt an bist du männlich, das kann dir niemand nehmen“. Wer daran zweifelt, den möchten wir ermuntern, diese Sätze einige Zeit mit sich gehen zu lassen und sie auszuprobieren. 

Dabei wäre es für uns selbst und unsere Mitmenschen möglicherweise erfüllender gewesen, wir hätten unser gegebenes Mannsein gelebt, statt einem Phantom von Männlichkeit nachzujagen. Denn dieses Bad hat uns auch abgehärtet und unempfindsam gemacht, so dass uns möglichst nichts mehr unter die Haut geht oder alles an uns abprallt. Mögliche Folgen davon sind: Gnadenlose Konkurrenz im Arbeitsleben, Rücksichtslosigkeit gegenüber den berechtigten Bedürfnissen der Partnerin und der Kinder, Fühllosigkeit im Umgang mit dem eigenen seelischen und körperlichen Kräftehaushalt.

Aber es gibt Möglichkeiten. Für eine davon möchten wir werben: Männer können sich selbst gegenseitig von dem Druck befreien, keine richtigen Männer zu sein. Es ist der wichtigste Dienst, den Männer anderen Männern tun können: ihnen das Gefühl zu geben, dass sie Männer sind, so wie sie sind.

Jeder Pol hat seine Dynamik und seine Zeit: es gibt eine Zeit zu trennen und zu unterscheiden und eine Zeit zu verbinden; eine Zeit zu machen und eine Zeit zu betrachten; eine Zeit einzudringen und eine Zeit aufzunehmen; eine Zeit zu verstehen und eine Zeit zu fühlen, eine Zeit zu analysieren und eine Zeit den Intuitionen zu folgen und viele andere Zeiten mehr.

Praxisbeispiele männlicher Weggefährtenschaft exemplarisch beschreibt. Folgende Handlungsfelder werden benannt:

  1. Männer bei ihrer Suche nach einem gelingenden Leben unterstützen
  2. Männer zu einem partnerschaftlichen Lebensstil befähigen
  3. Bei der Veränderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen mitwirken
  4. Mit Männern eine zeitgemäße männliche Spiritualität leben

Männer, die in etwa in derselben Lebensphase sind, können sich gut im Blick auf die momentan zu gestaltende Phase austauschen: Vaterschaft, Paarbeziehung, Krise der Lebensmitte, Trennung, Übergang in den Ruhestandpartner.

In offenen Veranstaltungen wie Männerbesinnungstagtagen oder einem Männerwochende  wird sichtbar, wie vielfältig die Herausforderungen eines Männerlebens sind. Hier profitieren vor allem jüngere Männer von den Erfahrungen und Erlebnissen und Lebensstrategien der älteren Männer.  

Wer die Männergeschichten der Bibel liest – und sehr viele Geschichten sind Männergeschichten -, wird entdecken, dass Gott die Wege der Männer begleitet, auf die er sie führt und ruft. Er geht mit Abraham und bleibt bei Abraham, obwohl dieser „Vater des Glaubens“ als leiblicher Vater seiner Söhne eine sehr traurige Figur gemacht hat. Er bleibt bei Isaak, jenem Mann, der keine große Kraft und Eigeninitiative entfaltet hat, weil er durch die Erfahrung, beinahe geschlachtet worden zu sein, gebrochen war. Er begleitet Jakob auf seiner Flucht in die Steppe und stellt sich ihm als Mann in den Weg, damit er mit seinem Schatten ringen und daraus Segen gewinnen kann, gerade, weil er auch als Hinkender aus dem Kampf hervorgeht.

Gott aber ist treu, er geht alle Wege mit und webt seinen Segen in die oft verworfenen und gebrochenen Lebenslinien der Männer.