Bin ich Alt? – Nein!

(Auszug aus einem Gesprächsprotokoll)

Wenn man die Erfahrungen des Alterns zusammenfügt, wird wieder einmal sehr deutlich, dass es sich um ein auffälliges Muster von Gegensätzlichem handelt, das wir zu vereinen versuchen. Viele Seniorinnen und Senioren nehmen die Grenzen ihrer Selbststeuerung wahr – erkennen aber auch die großen Chancen dieses Lebensabschnittes.

„Ich erlebe Verluste und Risiken – aber auch eine große Bereicherung durch bisher ungelebte Formen meines Daseins. Ich empfinde mich manchmal als abhängig – gleichzeitig aber von vielen widrigen Umständen unabhängig. Ich kann mich jetzt intensiv Wenigem widmen – und dabei vieles einfach auf sich beruhen lassen.

Ich ziehe mich mit Genuss in ein privates Dasein zurück und nehme doch mit brennender Anteilnahme das Weltschicksal wahr. Ich kann manchmal ganz einfach „nichts tun“ und doch leben wie jemand, der keine Zeit zu verlieren hat. Ich sage „Ja“ zu meinem Leben – und habe doch noch eine Menge Fragen an mich und an andere. Ich möchte bis zu meinem Ende die Spannung dieser Gegensätzlichkeit aushalten lernen und damit zur „Integration des Alters“ kommen, wie der Fachjargon es nennt. Vielleicht besteht der eigentliche Sinn dieses Lebensabschnittes darin, dass ich „offen“ bleibe – offen für jene Wirklichkeit, die mein Ich ständig übersteigt, und die größer ist als alle Erwartungen beim Altwerden.“

Unsere Senioren waren und sind Vorreiter in unserer heutigen KAB.

Wir sollten die Stärken des Alters erkennen und auch nutzen, das Wissen und die Lebenserfahrungen unserer Senioren sind eine Bereicherung unserer heutigen Gesellschaft. Der dritte Lebensabschnitt ist für viele Menschen zur längsten Lebensphase geworden. Die Lebenserwartung, wenn auch nicht immer ohne Probleme, steigt stetig und der Anteil der Senioren in unserer Gesellschaft wird immer größer. Wo soll man eine Linie ziehen, ab wann ist man alt? Mit dem Gefühl, dieser Gruppe anzugehören, tun sich die meisten Menschen schwer. Sie stellen sich viele Fragen: Ab wann bin ich alt? Habe ich schon den Herbst meines Lebens erreicht? Wo ziehe ich die Grenze zum Seniorendasein? Die KAB begleitet die Senioren aktiv durch verschiedene Maßnahmen und Angebote.

Miteinander reden und lachen und singen, sich necken und einander Achtung erweisen, einander beleben und voneinander lernen. Diese Bereicherung möchten viele nicht mehr vermissen, denn man kann dabei so viele Erfahrungen sammeln.