
KAB-Gemeinschaft Maria Hilf/St Wolfgang in Bamberg feierte „runden Geburtstag"
Mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Maria Hilf und einer anschließenden Feierstunde im Pfarrheim beging die Katholische Arbeitnehmerbewegung-Gemeinschaft Maria Hilf/St. Wolfgang Bamberg ihr 60-jähriges Bestehen. Insgesamt 64 Mitglieder umfasst die kirchliche Bewegung heute. Das Durchschnittsalter von 68 Jahren wirft ein Schlaglicht auf ein Problem, das viele Vereine kennen: Wie wird es in Zukunft weitergehen?
Es war ein festlicher Anblick, der Tradition und Solidarität symbolisierte. Männer aus sieben Bamberger Pfarreien zogen mit ihren bunten KAB-Bannern gemeinsam mit dem liturgischen Dienst in die voll besetzte Wunderburger Pfarrkirche ein. Hauptzelebrant war KAB-Diözesanpräses Albert Müller neben Pfarrer Heinz Oberle als Hausherr und Präses der KAB-Gemeinschaft sowie Pater Titus und Diakon Dr. Ulrich Ortner.
Mit deutlichen Worten skizzierte Dekan Müller in seiner Predigt die gesellschaftliche Schieflage als Herausforderung für die KAB heute: „Was die Finanzkrise angerichtet hat unter den Menschen, ist nicht auszumalen. Viele sind verunsichert, haben Angst vor Morgen.“ Dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, sei eine große Herausforderung für uns Christen. Müller forderte Wachsamkeit und die mutige Bereitschaft, sich solidarisch in der KAB einzusetzen für soziale Gerechtigkeit, für gerechtes Teilen und Verteilen. „Auch Jesus war politisch“, so Müller. Er wollte das Leben der Menschen verändern — auch durch äußere Rahmenbedingungen, politische und wirtschaftliche Belange: „Die KAB hat viel erreicht, indem sie auf Politiker und Verbände zuging, um bestimmte ldeen politisch mitzuentwickeln und umzusetzen, etwa in der Pflegeversicherung“, betonte der Prediger.
Zur anschließenden Jubiläumsfeier im Pfarrheim konnten die langjährigen 1. Vorsitzenden Walter Stillerich und Elfriede Eichfelder zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kirche und befreundeten Vereinen begrüßen.
Wie Ralph Korschinsky vom KAB-Diözesanverband mit aktuellen Themen wie Mindestlohn, Leiharbeit und Altersarmut darlegte, sei es auch heute immer wieder nötig, als KABler seine Stimme für Solidarität und Gerechtigkeit zu erheben.
Heinrich Hummel überbrachte für den Kreisverband Bamberg-Stadt Glückwünsche und dankte mit einem Geschenk, einer Kerze mit KAB-Logo, allen Vorsitzenden für ihre erfolgreiche lange Zeit in der KAB Wunderburg. Pfarrer Heinz Oberle wirkt seit 39 Jahren als Präses der KAB sowie Walter Stillerich seit 29 Jahren als 1. Vorsitzender und Elfriede Eichfelder seit 26 Jahren als 1. Vorsitzende.
Als „rührigen Ortsverband mit einer tatkräftigen Vorstandschaft“ charakterisierte Hummel die KAB- Gemeinschaft Maria Hilf/St. Wolfgang. „Viele junge Leute für die Zukunft“ wünschten der KAB- Wunderburg eine Reihe von Vertretern anderer Bamberger KAB-Vereine.
Einen geschichtlichen Abriss gab 1. Vorsitzende Elfriede Eichfelder in ihrer Ansprache. Nach dem Krieg sei die Werkvolkgemeinschaft Maria-Hilf-Wunderburg am 4. November 1951 als eine von fünf Bamberger Werkvolkgemeinschaften gegründet worden. Als die Filialkirchen St. Wolfgang und St. Anna fertig gestellt waren, habe man sich KAB-Gemeinschaft Maria Hilf/St. Wolfgang/St. Anna genannt.
Schließlich habe man nach 1981, seit der Pfarreierhebung von St. Anna und der Gründung einer eigenen KAB-Gemeinschaft, den heute gültigen Namen.
Feste Bestandteile des jährlichen KAB-Programms für die derzeit 64 Mitglieder sind: Ein Gottesdienst für alle lebenden und gestorbenen Mitglieder, eine Maiandacht und eine adventliche Besinnung im Pfarrheim sowie Besichtigungen und Fahrten. Außerdem gibt es monatliche Veranstaltungen zu religiösen, aber auch sozialpolitischen und gesellschaftlichen Themen. Interessierte sind herzlich willkommen.
Viele ehrenamtliche Arbeiten in der Pfarrei werden durch KAB- Mitglieder verrichtet. So arbeitet Eichfelder etwa auch als Kirchenpflegerin.
Abschließend gab es zwei Ehrungen. Marga Weidner wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Leo Kaiser wurde geehrt, weil er bei der Gründung 1951 als junger Mann anwesend war. Sein Name findet sich auf der Anwesenheitsliste der Gründungsversammlung vom 4. 11. 1951. Eva Lederer
Quelle: Heinrichsblatt, Nr. 47, 20. November 2011, Ausgabe B, Seite 18
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