Aktuelle Informationen

Aktuelle Informationen auf unserer Facebookseite

Spekulanten in die Schranken!
Protestaktion am 15. Oktober 2013 in Frankfurt

Veranstaltung zum Thema Lebensmittelspekulation mit Harald Schumann

Mehrheit der Bankkunden gegen Lebensmittelspekulation

Die Hungerkrise wird durch Spekulation mit Nahrungsmitteln verschärft. Die Preisexplosion für viele Grundnahrungsmittel hat in den letzten Jahren die Zahl der Hungernden um viele Millionen Menschen ansteigen lassen. Diverse Studien zeigen den Zusammenhang zwischen der Spekulation mit Nahrungsmitteln, Preisschwankungen und Hunger. Das Weltwirtschaftsforum hat erstmals in seinem Bericht Global Risks 2012 nicht nur Nahrungsmittelkrisen, sondern auch die extreme Preissteigerungen  als eines der fünf globalen Risiken aufgeführt.

In vielen Entwicklungsländern geben die Armen bis zu 80 % ihres Einkommens für Lebensmittel aus; Preissprünge ziehen dramatische Konsequenzen nach sich.

Einige europäische Finanzinstitute haben inzwischen ihre Spekulationsfonds im Nahrungsmittelbereich aufgegeben oder zumindest eine ernsthafte Prüfung derselben angekündigt.

Viele Banken haben leider bislang keine Konsequenzen aus den Hinweisen auf die durch die eigenen Rohstofffonds verstärkte weltweite Hungergefahr gezogen. Im Gegenteil, diese Banken setzen damit nicht nur das Leben von armen Menschen in Entwicklungsländern aufs Spiel, sondern auch ihren guten Ruf.

Wir als Kunden sind mitverantwortlich, wenn solche Spekulationen das Leben vieler Menschen weltweit gefährden. Nicht die Augen verschließen kann die Device sein, sondern Verantwortung übernehmen.

Durch die Emailaktion können sie ihrer Bank deutlich signalisieren, dass sie mit Nahrungsmittelspekulationen nicht einverstanden sind. Helfen sie mit, dass auch ihre Hausbank die Spekulation mit Lebensmittel einstellt.

Suchen Sie aus der Liste ihre Bank aus und unterzeichnen Sie den Apell.

Unterschriftenübergabe in Berlin

Hunger durch hohe Lebensmittelpreise

Wenn Menschen 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen und nicht nur 10 bis 20 Prozent, wie in den reichen Industrieländern –, dann sind Preissteigerungen für Getreide, Brot und andere Grundnahrungs-mittel für sie eine existenzielle Bedrohung. 2011 waren Weizen, Mais und Reis im weltweiten Durchschnitt nach Abzug der Inflation 150 Prozent teurer als im Jahr 2000. Allein 2010 wurden durch höhere Nahrungsmittelpreise 40 Millionen Menschen zusätzlich zu Hunger und absoluter Armut verdammt. Die Spekulationen mit Lebensmitteln wie Mais, Soja und Weizen an Rohstoffbörsen stehen im dringenden Verdacht, diese Armut und den Hunger mitverursacht zu haben.

Das geht uns alle an!

Obwohl Banken und Versicherungen jeden Verdacht von sich weisen: Es gibt immer mehr stichhaltige Belege, dass die Geldanlage auf den Märkten für Rohstoffe und Lebensmittel Hunger verursacht.
Denn wenn wir in einen Pensionsfonds oder eine Lebensversicherung einzahlen, finanzieren wir über unsere Altersvorsorge möglicherweise auch die Spekulation auf steigende Lebensmittelpreise.

Kein Mangel an Beweisen
Die verantwortlichen Manager der Finanzbranche argumentieren, es gebe
keine Beweise dafür, dass Finanzinvestoren auf den Rohstoffmärkten einen mehr als nur kurzfristigen Einfluss auf das Preisniveau haben.

Diese Behauptung ist nicht haltbar!

Regulierung, um Leben zu retten!
Die Belege reichen nach Auffassung von foodwatch und vielen anderen aus, um den Missbrauch der Rohstoffbörsen für die Kapitalanlage zu verbieten. Aber selbst wenn die Verantwortlichen in Finanzindustrie und Regierungen diese Belege nicht als beweiskräftig anerkennen, entbindet sie das nicht von der Verantwortung, gegen diese Finanzinnovationen vorzugehen. Die Anbieter und Vermarkter müssen die Unschädlichkeit ihres Tuns beweisen. Solange die beteiligten Finanzunternehmen dazu nicht in der Lage sind, ist es rechtlich geboten, dass Regierungen und Aufsichtsbehörden alles tun, um mögliche Gefahren für Leben und Gesundheit der Menschen in den Armutsländern durch die Rohstoffspekulation abzuwenden.

Der Handel mit Rohstoff-Futures muss strikt reguliert werden.

Stärkere Regulierung bzw. Abschaffung der Spekulationen mit Lebensmitteln und Agrarprodukten

Der Deutsche Bundestag möge geeignete Maßnahmen beschließen zur effektiven Regulierung bzw. Abschaffung der Spekulationen mit Lebensmitteln (Agrarprodukten).

Dies sind:

  1. Die Gesetze zur Finanzmarktregulierung müssen dahingehend geändert werden, dass institutionelle Investoren keine Spekulationen mit Lebensmitteln tätigen dürfen.
  2. Davon ausgenommen sind nur Anleger, die unmittelbar mit dem Handel oder der Produktion von Agrargütern überwiegend beschäftigt sind. Für diese Anleger sind Positionslimits, die nicht dazu geeignet sind den Handel zu beeinflussen, festzulegen.
  3. Zertifikate und Publikumsfonds für individuelle Anleger müssen verboten werden.
  4. Die Spekulationen mit Lebensmitteln außerhalb der Börsen sind zu untersagen.
  5. Alle Transaktionen sollen offengelegt werden um die Möglichkeit der Überprüfung zu gewährleisten.

Darüber hinaus beschließt der Bundestag entsprechende Richtungsanzeigen für die Bundesregierung, die dazu geeignet sind, die auf EU-Ebene beschlossenen und noch zu beschließenden Gesetze im Sinne der oben genannten Forderungen zu unterstützen und voranzubringen.

KAB Diözesanverband Bamberg e.V.

Occupy:Occupy - gemeinsame Erklärung mit KAB

Gemeinsame Erklärung

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Bamberg (KAB) und die Gruppe Occupy:Occupy (O:O) haben unabhängig voneinander Petitionen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln auf den Weg gebracht. Diese Petitionen unterscheiden sich naturgemäss im Wortlaut, die Aussage ist jedoch identisch:

Beide Organisationen bitten den Deutschen Bundestag, die Spekulation mit
Nahrungsmitteln strikt zu regulieren.

Die KAB und Occupy:Occupy sehen es als ermutigend an, dass sich unterschiedliche Gruppen in unserem Land dieses Themas annehmen. Um die grösstmögliche Aufmerksamkeit für dieses dringende Anliegen zu erreichen, haben die Organisationen in dieser Sache eine intensive Kooperation beschlossen.

Da die Zielgruppen von KAB und Occupy:Occupy grundsätzlich unterschiedlich sind, werden beide Initiativen weiter betrieben. So werden weit mehr Menschen erreicht werden, als mit nur einer Initiative.

Die Ergebnisse werden am Ende der Laufzeit der Petitionen (5. Juni 2012) gebündelt, so dass ein stärkeres Auftreten vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags erreicht werden kann.

Beide Organisationen freuen sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in dieser wichtigen Angelegenheit.

Bamberg/Völzberg, 28. März 2012