Archiv Soziallehre Aktuell

19.03.2012

„Freiheit und Gerechtigkeit“ statt „Freiheit und Verantwortung“

Dr. Siegfried Ecker   

Freiheit und Verantwortung heißt die Melodie, die heute aus allen Medien klingt. Denn es war so ein schöner Sonntag gestern.
Wer die politische Geschichte des Wortes Verantwortung seit fast 20 Jahren im Kopf hat, kommt um ein Stirnrunzeln nicht herum. Zunächst ist das ja ein Begriff, der unabdingbar zur menschlichen Freiheit gehört. Freies Handeln ohne Bedenken der Folgen für sich und andere ist Willkür oder pure Machtausübung.

Aber der Rückblick gibt Anlass zu tieferem Nachdenken. So heißt es im § 2 des Sozialgesetzbuches II, also im Gesetz für das Arbeitslosengeld II:
Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll die Eigenverantwortung von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und Personen, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben, stärken und dazu beitragen, dass sie ihren Lebensunterhalt unabhängig von der Grundsicherung aus eigenen Mitteln und Kräften bestreiten können.

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Kategorie: Soziallehre aktuell
16.01.2012

Für wettbewerbsfreie Zeiten in Europa

Europäische Bischöfe für Sonntagsschutz

Die katholischen Bischöfe aus der EU unterstützen die Sonntagsallianzen. Das haben sie indirekt in ihrer neuen Erklärung „Eine europäische Solidaritäts- und Verantwortungsgemeinschaft“ zum Ausdruck gebracht.

Sie schreiben in Nr. 11: „Wir müssen uns heute davor hüten, den Markt mit seiner scheinbar inneren Logik in alle Lebensbereiche vordringen und uns beherrschen zu lassen. Es gibt gemeinsame und qualitative Bedürfnisse, die der Markt nicht befriedigen kann, insbesondere im Kreise der Familie. Es ist deshalb die Aufgabe der öffentlichen Hand, marktfreie Zeiten und Lebensräume zu garantieren, in denen die Menschen diesen Bedürfnissen nachgehen können. So wird das Marktgeschehen an gesetzlichen Feiertagen und Sonntagen zu Recht eingeschränkt, weil aus nationalen, kulturellen oder religiösen Gründen, Ruhe und Gedenken der Vorrang vor den Aktivitäten des Wirtschaftslebens eingeräumt wird. … Auch auf der europäischen Ebene und besonders bei der Vollendung eines gemeinsamen Marktes darf dies nicht vergessen werden.“

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Kategorie: Soziallehre aktuell
10.10.2011

Schuldensünder? Wer sündigt hier?

Schon vor Monaten frage ich beim Stammtisch die griechische Wirtin, was sie von den Verwandten in Griechenland erfährt. „Es wird immer schlimmer!“ Und wer sich heute erkundigt hört, dass Löhne und Renten massiv sinken, dass es mehr Arbeitslose gibt. Presse und Fernsehen bringen diese Tatsachen nur schwach rüber. Da wird zu streikenden Menschen immer auch die (seltene) Randale gezeigt. Aber die Troika wird’s denen schon zeigen!

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Kategorie: Soziallehre aktuell
30.06.2011

Leitbild Jesus?

Es gibt was Neues in der deutschen katholischen Soziallehre. Die Kommission VI der Bischofskonferenz hat Ende Juni einen „Impulstext“ herausgegeben: „Chancengerechte Gesellschaft. Leitbild für eine freiheitliche Ordnung.“

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Kategorie: Soziallehre aktuell
24.03.2011

Solidarität statt „Eigenverantwortung“!

Eine politische Diskussion in meiner Autowerkstatt. Ich sage: „Bei der Rentenversi-cherung werden wir alle hinters Licht geführt. Wir Rentner und noch mehr die späteren Generationen bekommen immer weniger am erwirtschafteten Reichtum.“ Mein Gesprächspartner antwortet: „Da wird doch immer die Eigenverantwortung gelobt, mit der man privat vorsorgen soll!“ „Ja, ja, das können sich die leisten, die zur oberen Hälfte der Bevölkerung gehören! Und von den Spekulationen mit diesen Geldern reden wir gar nicht!“

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Kategorie: Soziallehre aktuell
31.01.2011

KAB für gerechten Lohn. Gedanken zum Jahresbeginn

„Damit wird gerade der gerechte Lohn jeweils zum Prüfstein für die Gerechtigkeit des gesamten ökonomischen Systems…Die gerechte Entlohnung für die Arbeit eines Erwachsenen, der Verantwortung für eine Familie trägt, muss dafür ausreichen, eine Familie zu gründen, angemessen zu unterhalten und ihr Fortkommen zu sichern.“ (Laborem exercens, 1981, 19,2f)

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Kategorie: Soziallehre aktuell
20.10.2010

Gerechtigkeit geht anders.

Nach dem Gottesdienst zur Demo! In Nürnberg waren am Sonntag, dem 17. Oktober 500 Menschen vor St. Lorenz. Christinnen und Christen protestierten gegen das geplante Sparpaket der Bundesregierung. Sie hörten sich Berichte über Betroffene an, sie beteten und sangen. Aufgerufen zu dieser Demo hatte auch der DGB, wie die Zeitungen erstaunt feststellten. Kirchenobere und Kirchgänger beteten und sangen, klatschten Beifall und unterschrieben ein riesiges Protestplakat, das an verschiedenen Kirchen hängen wird.

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Kategorie: Soziallehre aktuell
01.02.2010

Aufforderung zum sozialethischen Handeln

Anmerkungen zur Sozialverkündigung der Katholischen Kirche

Die Sozialenzyklika „Caritas in Veritate” (CiV), „Die Liebe in der Wahrheit” hat in der katholischen Kirche ein wenig Wirkung gezeigt. So hat Erzbischof Reinhard Marx die Bildungswerke Bayerns zu einer „sozialethischen Offensive” aufgefordert. Bei uns im Erzbistum haben KAB, Betriebsseelsorge und KEB eine gemeinsame Tagung am 6. Februar organisiert, zu der immerhin 60 Teil - nehmer/innen vor allem aus dem Bereich der Erwachsenenbildung kamen. Nachfolgetagungen sind geplant. Deshalb hier ein paar Anmerkungen zur Enzyklika, zur Sozialverkündigung überhaupt und zum Umgang mit einer solchen „Lehre”.

Weiter Informationen:

Aufforderung zum sozialethischen Handeln (pdf, 295 KB)

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