Mitmachaktion

Mehrheit der Bankkunden gegen Lebensmittelspekulation

Allerdings haben die Geldhäuser einen prominenten Gegner: den Kunden. 84 Prozent aller Bundesbürger halten die Spekulation mit Rohstoffen für „nicht akzeptabel“. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes forsa im Auftrag von foodwatch.

Nur 11 Prozent der Befragten halten es demnach überhaupt für legitim, wenn etwa eine Bank Anlagen anbietet, bei denen auf Preise für Nahrungsmittel gewettet wird. Die Mehrheit der Bankkunden will persönliche Konsequenzen ziehen, falls sie erfahren, dass ihre Bank sich an solchen Geschäften beteiligt. So möchte jeder Zweite (49 Prozent) alle Anlagen kündigen, bei denen Geld in die Spekulation mit Nahrungsmitteln fließt. Ebenfalls 49 Prozent der Befragten wollen darüber nachdenken, ihr Konto bei dieser Bank zu kündigen und zu einem anderen Institut zu wechseln. 43 Prozent würden Bekannten davon abraten, Kunde bei dieser Bank zu werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema.

Suchen Sie aus der Liste ihre Bank aus und unterzeichnen Sie den Apell.

Mitmachaktion
Haben Sie Ihre Bank nicht in der Liste gefunden?
Dann nutzen Sie unser Formular und erweitern Sie die Liste

Felder mit * sind Pflichtfelder!

E-Mail Text:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Kunde / Kundin ihrer Bank bin ich sehr besorgt über ihre Verwicklung in die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Preistreibende Spekulationen mit Nahrungsmitteln tragen mit dazu bei, dass in einer an sich reichen Welt eine Milliarde Menschen an Hunger leiden. Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Menschen an Hunger. Etwa eine Milliarde Menschen leben unter der Armutsgrenze und sind ständig vom Hungertod bedroht. Aktuell sind mindestens weitere 40 Millionen unter die Armutsgrenze gerutscht. Im selben Zeitraum sind die Preise für Nahrungsmittel in den ärmsten Ländern um ein Drittel drastisch gestiegen. Neue Preistreiber auf dem weltweiten Nahrungsmittelmarkt sind die Banken mit Kapitalanlagen auf den Märkten für Rohstoffe, wie Weizen, Mais, Soja, geworden. Hochspekulativ ist die virtuelle Hortung von Rohstoffen in Form von Future-Verträgen

Mittlerweile sehen auch viele Wissenschaftler/innen und selbst Mitarbeiter/innen von Weltbank und Europäischer Kommission eine der Ursachen des globalen Hungerskandals in den rasant wachsenden Indexfonds, mit denen weltweit Geldinstitute auf Preise von Agrar-Rohstoffen wetten, darunter auch mit Grundnahrungsmitteln. Dadurch, dass an den sogenannten Warenterminbörsen Lebensmittel mehrfach gehandelt werden, verteuere sich die Ware mit jedem Handel. Der Gewinn allerdings bleibe ausschließlich bei den Börsenhändlern und den Anlegern.

Ich als Kunde/Kundin möchte nicht, dass meine  Bank  in preistreibende Spekulationen verwickelt ist, die Menschen in Hunger und Armut treiben. Mein Geld darf nicht für diese Geschäfte verwendet werden. Angesichts des Unglücks, in das Millionen von Menschen durch Spekulationen mit Nahrungsmitteln gestürzt werden, fordere ich Sie auf, freiwillig  auf den Handel mit Derivaten zu verzichten.  

Wir, als Ihre Kapitalanleger/innen, werden aufmerksam die Entwicklung der börsengehandelten Fonds und Zertifikate auf dem Agrar-Rohstoffmarkt beobachten und genau hinschauen, ob und zu welchen Teilen ein Fonds in Anleihen auf Lebensmittel investiert.

Bitte lassen Sie mich wissen, welche Position ihre Bank dazu bezieht und welche nächsten Schritte geplant sind, um aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln auszusteigen.

Mit freundlichen Grüßen