10.02.2016 FT, Seite 13

95. Geburtstag von Michael Bößl

Der FT berichtet am 10. Februar auf Seite 13:

95. Geburtstag

Vielen Schicksalsschlägen getrotzt

Bamberg - Wieder war ein großer Geburtstag in der Stadt zu feiern: Michael Bößl ist am Montag 95 Jahre alt geworden. Seinen Jubeltag beging er in seinem Haus in der Nürnberger Straße mit Freunden, Bekannten - und dem Dritten Bürgermeister der Stadt Bamberg, Wolfgang Metzner (SPD), der Blumen und einen fränkischen Wein mitbrachte.

Der gebürtige Bamberger Michael Bößl verbrachte den Großteil seines Lebens in der Domstadt. Als Kind sang er im Domchor, später dann in dem 1935 gegründeten St.-Heinrichs-Chor, dem er heute noch als aktiver Sänger angehört.

Doch nicht nur die Musik hat es ihm angetan. 1946/47 war er Mitbegründer der Katholischen Jugend in St. Heinrich und der Jungen Mannschaft. Ab 1950 war er Erster Vorsitzender des Pfarrausschusses in St. Gangolf und half bei der Aufbauarbeit mit. Der vielseitig interessierte Bamberger hat außerdem ein Faible für Sport: Er ist ein großer Handballfan.

Michael Bößl absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Bamberger Hofbräu und schloss diese 1939 mit der Kaufmannsgehilfenprüfung ab. Im selben Jahr war er beim Arbeitsdienst in Eltmann eingesetzt. Nach seinem fünf Jahre dauernden Kriegseinsatz, der ihn als Soldat von 1940 bis 1945 unter anderem nach Estland, Smolensk und Südrussland führte, kehrte er nach Bamberg zurück und arbeitete erneut bei der Hofbräu als Buchhalter.

1948 heiratete er Katharina Wolf. Aus der gemeinsamen Ehe gibt es drei Kinder, vier Enkelkinder und zwei Urenkel.

Nach seiner Tätigkeit bei der Hofbräu trat Michael Bößl dem Gemüsegroßhandel seines Schwiegervaters bei und war für die Belieferung in Ober- und Mittelfranken mit Bamberger Gemüse unterwegs. Als er in Ruhestand ging, wurde die Firma an den Gemüsegroßhandel Konrad übergeben.

Das Alter hat ihm einige schwere Schicksalsschläge beschert: 2003 ist Michael Bößl erblindet und im Jahre 2007 starb seine Frau. Trotzdem hat er seine Zuversicht, seinen Humor und die Freude am Leben nicht verloren. Das zeigte auch die Schar der Gratulanten, darunter Vertreter mehrerer Vereine und Organisationen, wie zum Beispiel VdK und KAB, bei denen er sich engagierte.