14.10.2013 Obermain-Tagblatt

Arbeit ist Menschenrecht

Bericht vom 14.10.2013 im Obermain-Tagblatt:

VIERZEHNHEILIGEN
„Arbeit ist Menschenrecht“

Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen mit Monsignore Georg Kestel.

Beim Einzug: Die Blaskapelle Ebing begleitete die Wallfahrt und führte die Pilger in die Basilika. Foto: Andreas Welz

„Arbeit ist Menschenrecht“, dieses Leitmotiv stand im Mittelpunkt einer Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen am Samstag mit dem Generalvikar der Erzdiözese Bamberg, Monsignore Georg Kestel.

Eingeladen hatte die Katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg und das Franziskanerkloster. Kestel eröffnete die Wallfahrt am Seubelsdorfer Kreuz zu den Schlägen der Mahnglocke mit den Worten. Auf dem gemeinsamen Weg zur Basilika wurden an vier Stationen die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit durch Betroffene thematisiert und eine Vision einer gerechten Welt entwickelt. „Wir wollen uns nicht mit der Spaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche abfinden“, unterstrich Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz aus Bamberg an der ersten Station. Gemeinsam mit der Gruppe aus Betriebsräten machte er deutlich, dass im Alltag die Würde vieler Menschen durch Hungerlöhne verletzt wird. Es sei nicht hinnehmbar, wenn sich in einem reichen Land Hungernde in Tafeln und Suppenküchen ernähren müssten.

An der zweiten Station kritisierte die KAB, dass ein Normalarbeitsverhältnis nicht mehr die Basis für gesicherte Lebensverhältnisse sei. Dazu zähle die Leiharbeit, aber auch die befristeten Beschäftigung, Minijobs und Scheinselbstständigkeit. Mitglieder des DGB Oberfranken West machten auf die wachsende soziale Ungerechtigkeit in Europa aufmerksam.

„Christ sein heißt politisch zu sein.“
Monsignore Georg Kestel

Die Weltwirtschaftskrise habe auch hier Millionen von Menschen in die Armut getrieben. Sie plädierten für eine Umverteilung und eine Besteuerung des Reichtums. An der letzten Station sprach eine Gruppe Arbeitsloser. „Zuerst nehmen sie uns unsre Würde, ohne Arbeit sind wir kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.“, hieß es.

Kestel sagte, dass Veränderung nur gemeinsam zu schaffen seien: von Glaubensgemeinschaft und Gewerkschaften. „Gerechtigkeit und Frieden sind machbar“, war Kestel überzeugt. Dabei seien die Christen auch aufgerufen zu handeln. „Christ sein heißt politisch zu sein“, unterstrich der Generalvikar. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den polnische Gewerkschaftsführer Lech Walesa, der als gottesfürchtiger Mann ein weltweites Signal für arbeitende Menschen gesetzt habe.

Von unserem Mitarbeiter Andreas Welz 

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