07.10.2008 FT, Seite 10

„Bamberg eine zweite Heimat geworden“

Der Fränkische Tag (FT) berichtet am Mi., 22.10.2008, Ausgabe A, Seite 10

Bamberg - Der Kreisverband Bamberg-Stadt der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und die KAB Gemeinschaft St. Gangolf organisierten im Pfarrheim St. Gangolf einen Informations- und Diskussionsabend im Rahmen der 14. Interkulturellen Wochen. Vid Barisic vom Fachdienst für Migration und Integration der Caritas Bamberg hielt dabei einen Vortrag über das „Leben „ausländischer Familien in Bamberg“.

Eine Aufzählung der verschiedenen Formen der Zuwanderung, mit einem Überblick über die jeweiligen Migrationsgruppen, mündete in die Vorstellung von Benedikt Iskra, einem Bamberger kroatischer Herkunft. Laut Barisic ist Iskra repräsentativ für den Prozess der Wandlung vom Gastarbeiter zum Mitbürger.

Benedikt Iskra erzählte, wie er 1969 nach Deutschland kam, über seine gemischten Erfahrungen als Gastarbeiter und wie ihm Deutschland im Laufe der vergangenen 39 Jahre immer mehr zur zweiten Heimat geworden ist. Er sei zwar kroatischer Staatsbürger geblieben, fühle sich aber in Deutschland als Europäer in einem zusammenwachsenden Europa.

Wie Barisic ausführte, sind in Bamberg derzeit ca. 6000 Ausländer gemeldet, im Landkreis seien es rund 3000. Des weiteren stellte der Referent die Ziele des Zuwanderungsgesetzes dar, das durch Sprachförderung und Migrantenberatung die Integration fördern wolle – wobei er auch die Problembereiche beschrieb, mit denen sich die Migrantenberatung der Caritas zu beschäftigen habe.

Ein wichtiges Projekt der Caritas sei in diesem Bereich die außerschulische Hausaufgabenhilfe, in der die Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gefördert wird und durch Motivationsarbeit eine schulische Leistungsverbesserung erreicht werden soll.

 

Dazu auch unser Bericht, der im Heinrichsblatt in Nr. 43, vom 26. Oktober 2008 auf Seite 22 abgedruckt wurde.

Auch Jesus war ein Fremder …

KAB veranstaltet Informationsabend im Rahmen der Interkulturellen Wochen

Bamberg (ds). Der KAB-Kreisverband Bamberg-Stadt e. V. und die KAB Gemeinschaft St. Gangolf organisierten am Dienstag, den 7. Oktober, um 19.30 Uhr, im Pfarrheim St. Gangolf einen Informations- und Diskussionsabend im Rahmen der 14. Interkulturellen Wochen des Migranten- und Integrationsbeirats der Stadt Bamberg, bei dem Vid Barisic, vom Fachdienst für Migration und Integration der Caritas Bamberg, einen Vortrag über das „Leben „ausländischer“ Familien in Bamberg“ hielt.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Heinrich Hummel – 1. Vorsitzender der KAB Bamberg-Stadt e. V. – und dem Ortsvorsitzenden der KAB Gemeinschaft St. Gangolf, Josef Schramm, der betonte, dass man Fremde herzlich aufnehmen sollte, da Jesus ebenfalls ein Fremder gewesen sei, begann Vid Barisic seine Ausführungen mit der Erläuterung des Begriffs „Ausländer“ , der sich über Sprache, Mentalität, Identität, Kleidung, ggf. Hautfarbe, Kultur und Tradition definieren ließe. Eine Aufzählung der verschiedenen Formen der Zuwanderung, mit einem Überblick über die jeweiligen Migrationsgruppen, mündete in die Vorstellung von Benedikt Iskra, einem Bamberger kroatischer Herkunft, der repräsentativ sei für den Prozess der Wandlung vom Gastarbeiter zum Mitbürger.

Benedikt Iskra erzählte, wie er, 1969, nach Deutschland kam, über seine gemischten Erfahrungen als Gastarbeiter und wie ihm Deutschland im Laufe der vergangenen 39 Jahre immer mehr zur zweiten Heimat geworden wäre. Er sei zwar kroatischer Staatsbürger geblieben, fühle sich aber in Deutschland als Europäer in einem zusammenwachsenden Europa. Bei einer Rückkehr nach Kroatien würden wohl auch seine Kinder und Enkelkinder zurückbleiben, die Deutschland als ihre eigentliche Heimat ansähen.

Im Anschluss an dieses Beispiel für eine gelungene Integration sprach Barisic über die Nachkommen der Gastarbeiter, die sogenannte „zweite und dritte Generation“, die das ursprüngliche Heimatland ihrer Eltern mittlerweile eher als ein interessantes Urlaubsziel betrachten, sich ansonsten als Deutsche begriffen und Teil unserer Gesellschaft geworden sind.

In Bamberg selbst seien ca. 6000 Ausländer, im Bamberger Landkreis ca. 3000 Ausländer gemeldet.

Des weiteren stellte Barisic die Ziele des Zuwanderungsgesetzes dar, das durch Sprachförderung und Migrantenberatung die Integration fördern wolle, wobei er auch die Problembereiche beschrieb, mit denen sich die Migrantenberatung der Caritas zu beschäftigen habe, wie Kontaktschwierigkeiten/Isolation, Diskriminierung, Aufenthalt und Arbeitsplatz, Wohnung/Unterbringung, Aus-, Fort-, und Weiterbildung, Personenstandsfragen, Einbürgerung, Arbeitslosengeld/-hilfe, und Rückkehrwünsche. Ein wichtiges Projekt der Caritas ist in diesem Bereich die außerschulische Hausaufgabenhilfe, in der, durch das Engagement von ehren- und hauptamtlichen Kräften, die Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gefördert wird und durch Motivationsarbeit eine schulische Leistungsverbesserung erreicht werden soll.

Nachfragen des Publikums führten zu lebhaften Diskussionen zwischen Barisic und den Zuhörern über Themen wie Ghetto- und Gruppenbildung, Parallelgesellschaften, Kriminalität von ausländischen Jugendlichen und mögliche Lösungsansätze dieser Probleme.

Heinrich Hummel beendete die Veranstaltung und wies in seinen abschließenden Worten darauf hin, dass ein Europa ohne Grenzen die verschiedenen Kulturen einander näher bringt und man Isolationismus vermeiden solle und Toleranz üben müsse.

Dietmar Stark, Öffentlichkeitsreferent der KAB

Sehen Sie dazu auch unsere Bilder von der Veranstaltung