24.09.2017 HB, Seite 15

DV-Seniorenwallfahrt 2017

Das Heinrichsblatt berichtet am 24.09.2017 auf Seite 24:

Seniorenwallfahrt der Katholischen Arbeitnehmerbewegung in der Erzdiözese Bamberg führte nach Meiningen

Alle sollen eins sein ...

Bamberg / Meiningen (us) – Ein starkes Zeichen der Ökumene, ein geschwisterliches Miteinan­der im Glauben und gelebte Frömmigkeit erlebten vor kur­zem rund 630 KABler aus der Erzdiözese Bamberg bei ihrer 22. Seniorenwallfahrt, die in diesem Jahr in die Theaterstadt Meinin­gen führte. Der Wallfahrtszug, der von 22 Bannern der KAB an­geführt und vom Musikverein Wallenfels begleitet wurde, führte vom Marstall um das Schloss Eli­sabethenburg, durch die Fuß­gängerzone zum Marktplatz und hier in die Evangelische Stadtkir­che „Unserer lieben Frauen".

Von 22 KAB-Bannern wurde der Wallfahrtszug der Bamberger KABIer zur evangelischen Stadtkirche „Unserer lieben Frauen“ in Meiningen angeführt. Foto: Udo Scherzer

Der Ursprung dieser Stadtkir­che geht über 1000 Jahre zurück. 1008 wurde sie durch König Heinrich II. dem Bistum Würz­burg zugeordnet und gehörte über 500 Jahre dazu. Seit 1544, nach Einführung der Reformati­on, ist die Stadtkirche eine evan­gelische Kirche. Als Höhepunkt der KAB Seniorenwallfahrt durf­ten in dieser gotischen Kirche die Wallfahrer mit Diözesanpräses Albert Müller einen ein­drucksvollen Gottesdienst feiern.

Die Teilnehmer der KAB-Seniorenwallfahrt waren mit Bus­sen aus allen Teilen der Erzdi­özese nach Meiningen gereist, wo sie am Marstall in der Nähe vom Schloss Elisabethenburg von KAB-Diözesanpräses Albert Mül­ler begrüßt wurden. Er freute sich über das große Interesse und sprach von einem hoffnungsvol­len Zeichen der Ökumene, „dass im Lutherjahr die Wallfahrt der KAB in eine evangelische Kirche führt und wir hier als Gäste emp­fangen werden".

Einheimische wie auch Gäste in Meiningen waren erstaunt und verwundert, als sich der Wall­fahrtszug mit den Bannern sin­gend und betend durch die Fuß­gängerzone zur evangelischen Stadtkirche „Unserer lieben Frau­en“ bewegte. Es war schon eine eindrucksvolle Demonstration der 630 Teilnehmer in dieser noch aus DDR-Zeiten geprägten Stadt. Aber es passte zum Motto der diesjährigen Wallfahrt „Alle sollen eins sein - Unterwegs zur Einheit im Glauben“.

Im Gotteshaus angekommen, begrüßte der evangelische Pfarrer Nikolaus Flämig die Gläubigen und gab Erklärungen zur Bauge­schichte der Kirche und zu den modernen und aussagekräftigen Fenstern im Chorraum.

Albert Müller ging bei seiner Einleitung zum Gottesdienst, wie auch später in seiner Predigt, nä­her auf das Motto der Wallfahrt ein. Der Bamberger KAB-Diözesanpräses thematisierte aber auch die Ökumene.

In diesem Zusammenhang zi­tierte er den früheren Kurienkar­dinal Walter Kasper, der von einer „Ökumene im Steilhang" sprach und er führte dieses Bild weiter- „ein falscher Tritt, ein lockerer Haken, der Absturz mit schweren Verletzungen ist aufzuhalten“. Und Müller spannte den Bogen vom Auftrag Jesu Christi an die Christen von heute bis zur KAB.

Die Geschichte der Ökumene zeige laut Müller, dass schon vor ökumenischen Gottesdiensten und theologischen Annäherun­gen in Deutschland das gemein­same soziale Engagement stand. So haben Christen der unter­schiedlichen Konfessionen ge­meinsam soziale Projekte initi­iert.

Er führte aus, dass die KAB als Bewegung für soziale Gerech­tigkeit diesen Weg in ökumeni­scher Geschwisterlichkeit auch mit dem KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der evange­lisch-lutherischen Kirche) oder der afa (Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der evangelischen Kirche) geht.

Siehe auch unseren Bildbericht