04.10.2015 HB, Seite 21

KAB besucht ukrainische Kirche in Gaustadt

Das Heinrichsblatt berichtet am 04.10.2015 auf Seite 21:

Beten mit allen Sinnen

Ich bin ein katholischer Priester", betont Pfarrer Bogdan Puszkar in seiner ukrainischen Kirche St. Johannes der Täufer in Gaustadt (Bamberg), als ihn die Bamberger KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) St. Heinrich besuchte.

Zwölf verschiedene Glaubenstraditionen haben unter dem „Hut" der katholischen Kirche Platz. Darunter die koptische in Ägypten, die maronitische im Libanon und auch als östlicher Zweig die ukrainische Kirche. Die Ukrainische griechisch-katholische Kirche ist seit 1593 eine mit der römisch-katholischen unierte Kirche des byzantinischen Ritus. Sie ist damit eine Teilkirche der römisch-katholischen Kirche, der ungefähr 5,2 Millionen Gläubige angehören. Sie wird derzeit geleitet vom Großerzbischof von Kiew und Galizien Swjatoslaw Schewtschuk. Es gibt 22 (Erz)diözesen und sechs Exarche.

Bogdan betonte bei seiner Kirchenführung in Gaustadt, dass natürlich auch die Zukunft seiner Kirche in den Kindern liege. Daher hätten sie in der Pfarrgemeinde eine Samstagsschule eingerichtet. Die religiöse Erziehung der Schule zu überlassen, sei ein Fehler. Diese Erziehung müsse in der Gemeinde geleistet werden, jeder sei dazu berufen.

Pfarrer Bogdan Puszkar erklärte den Kirchenraum und die Bedeutung der „Königstür", durch die es in den Altarraum geht. Fotos: aki
Das Fresko des heiligen Georg im Altarraum mit dem Bamberger Dom auf der Hand symbolisiert die Verbundenheit der ukrainischen Gemeinde mit Bamberg.

Er stehe einer personell kleinen Gemeinde, der St. Nikolaus-Pfarrei, vor, die aber ein großes Einzugsgebiet habe - es umfasse das Erzbistum Bamberg und das Bistum Würzburg. Es sei natürlich für neue Migranten seiner Kirche schwierig, ohne Fahrzeug über 100 Kilometer nach Bamberg zum Gottesdienst und Gemeindefeiern zu kommen. Er sei aber sehr froh, dass die ehemalige Kapelle des Caritas-Seniorenheimes St. Joseph zu seiner Kirche umgebaut werden konnte. „Dieser Kirchenraum hilft uns bei der Verkündigung und beim Lehren - er gehört zum System", erklärte Pfarrer Puszkar.

Er betonte, dass der „Mensch des Ostens" mit allen Sinnen bete. Daher seien Gesang, Weihrauch, Kirchenraum und ähnliches wichtig. Er lasse sich beim Beten von der Umgebung tragen. Alles andere   überlasse   er Gott.

Der Mensch des Westens bete mehr mit dem Verstand. Für den Mensch des Ostens sei aber eine gute Predigt und ähnliches nicht so wichtig. Wichtiger seien ihm die Gebete und die Ikonen. Die Texte der Gebete seien bis zu 1200 Jahre alt und seien daher universelle Texte.

Die Ikonen seien für den Menschen des Ostens „mehr als ein bisschen Kunst". So wie die Sonnenstrahlen nicht die Sonne selber seien, seien die Ikonen nicht die abgebildeten Heiligen oder gar Gott selber, aber wie die Sonnenstrahlen könnten sie auch die Wärme und den Inhalt vermitteln und damit die Welt verändern. Ikonen wurden auch nicht gemalt, sondern nach bestimmten Regeln „geschrieben". Daher habe der Mensch des Ostens auch große Ehrfurcht vor den Ikonen, mit denen die Kirchen ausgestaltet sind.

Puszkar erläuterte ausführlich das Innere seiner Kirche und die Bedeutung der Ikonen sowie Fresken. Im Altarraum befindet sich auch ein Fresko des heiligen Georgs, der mit dem Bamberger Dom auf der Hand dargestellt ist. Das soll die Verbundenheit der Gemeinde mit Bamberg symbolisieren.

Auch erklärte er den Ablauf des Gottesdienstes, in dem die Kommunion immer in den zwei (festalten den Gläubigen gereicht werde.

Danach trafen sich die KABIer und Gemeindemitglieder bei einer Portion Boschtsch (traditioneller Rote Bete-Suppe) zum Gespräch.

Andreas Kirchhof

Der FT berichtet am 16.09.2015 auf Seite 12:

Über die ukrainische Kirche Gaustadt

Gaustadt - Unter dem Dach der katholischen Kirche haben zwölf verschiedene Glaubenstraditionen Platz, so auch die ukrainische Kirche als östlicher Zweig. 1596 hat sie sich unter die Obhut Roms begeben. Änderte sich dadurch ihre Liturgie, ihre Gottesdienstgestaltung oder der Empfang der Sakramente ? Wie groß ist die Bamberger Religionsgemeinschaft und wie gestaltet sich die Seelsorge und das Glaubensleben bei den Mitgliedern? Antworten zu diesen Fragen wird Pfarrer Bogdan Puszkar in seinem Vortrag geben. Dazu lädt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Heinrich alle Interessierten ein. Treffpunkt ist Freitag, 18. September, um 18 Uhr in Gaustadt, Pfarrei St. Nikolaus, Andreas-Hofer-Straße 21. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Sehen Sie dazu auch unseren Bildbericht.