16.09.2009 FT, Seite 9

KAB diskutiert mit Abgeordneten

Bamberg - Die KAB Kreisverbände Bamberg-Stadt, Bamberg-Land und Forchheim laden anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl zu einem Informations- und Diskussionsabend mit dem Thema „Sie haben die Wahl“ ein. Am Freitag, 18. September, ab 19 Uhr, diskutieren im kath. Pfarrheim St. Heinrich Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen), Jonas Merzbacher (SPD) und MdB Thomas Silberhorn (CSU). Seitens der KAB werden die Bereiche Arbeit, Armut und Finanzkrise zur Sprache gebracht.

Quelle: FT, Mittwoch, den 16.09.2009, Ausgabe A, Seite 9

Auf Tuchfühlung mit den Kandidaten

Diskussion Beim KAB-Gesprächsabend in St. Heinrich wurden kritische Fragen gestellt.

Bamberg - Zahlreiche Fragen des Publikums mussten die Politiker beantworten, die zu dem von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) ausgerichteten Gesprächsabend zur Bundestagswahl gekommen waren. Auf Einladung der Kreisverbände Bamberg-Stadt, Bamberg-Land und Forchheim hatten sich im Pfarrzentrum von St. Heinrich Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen), Jonas Merzbacher (SPD – in Vertretung für den Bundestagskandidaten Andreas Schwarz), und MdB Thomas Silberhorn (CSU) eingefunden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Renate Zeißner, KAB-Kreisvorsitzende Bamberg-Stadt.

Als KAB-Ziele wurden genannt: kein Ausverkauf der menschlichen Arbeit, Vorrang der Arbeit vor dem Kapital, kein Lohndumping, umfassender Schutz des Sonntags und soziale Sicherheit für die Familien. Jonas Merzbacher übte Selbstkritik, als er sagte, dass die SPD mit der Förderung von Zeitarbeit und Leiharbeit einen falschen Weg eingeschlagen habe, der korrigiert werden müsse. Er forderte die Stärkung der Tarifautonomie und die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns, der mit 7,50 Euro pro Stunde beginnen und den aktuellen Erfordernissen angepasst werden solle.

Lisa Badum sprach sich für die gleichen Arbeitsbedingungen für Zeit- und Leiharbeiter in den Unternehmen aus und lehnte das Aufstocken von Niedriglöhnen ab, das sie als staatliche Unterstützung von Lohndumping bezeichnete. Auch sie setzte sich für einen Mindestlohn ein, der flexibel angepasst werden solle. Die Einführung eines Mindestlohns habe außerdem auch eine positive Auswirkung auf die Betriebe, da Mindestlöhne Billigkonkurrenz vorbeugen würden.

Eine andere Meinung vertrat Thomas Silberhorn. Er sah keine Notwendigkeit für einen flächendeckenden Mindestlohn und der Änderung des aktuellen Systems aus Tarifautonomie und Entsendegesetz, da es überall in Deutschland möglich sei, einen Mindestlohn auszuhandeln. Deshalb tendiere er zu branchenbezogenen Mindestlöhnen. Leih- und Zeitarbeit ermögliche gerade Geringqualifizierten den Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Bei dem Punkt „Schutz des freien Sonntags“ waren sich alle drei Politiker einig. So lehnten sie den verkaufsoffenen Sonntag ab und forderten eine klare Regelung von notwendiger Sonntagsarbeit.

Zum Ausklang des Gesprächsabends konnte ein persönliches Gespräch mit den Politikern geführt werden.                                                                          ds

Quelle: FT, Freitag, den 25.09.2009, Ausgabe A, Seite 12

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