13.09.2015 HB, Seite 12

KAB-Seniorenwallfahrt nach Retzbach

Das Heinrichsblatt berichtet am 13.09.2015 auf Seite 12:

Die 20. Seniorenwallfahrt der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) führte nach Retzbach

Wer sich irrt, muss an den Anfang zurück

Rund 600 KAB-Senioren und 20 Banner schlossen sich der Wallfahrt an.
Wer pilgert, gerät manchmal auch auf Irrwege. Das war der Grundgedanke der Predigt von KAB-Präses Albert Müller, die unterwegs auf dem Jakobsweg entstanden ist. Fotos: Scherzer

Etwa 600 KAB-Senioren aus dem Erzbistum Bamberg kamen mit zwölf Bussen zur Jubiläumswallfahrt nach Retzbach, die in diesem Jahr unter dem Motto "Lobpreise meine Seele" stand. Vom Busparkplatz aus zog der Wallfahrtszug, angeführt von 20 Bannern der KAB und begleitet vom Musikverein Wallenfels zur Wallfahrtskirche Maria im Grünen Tal.

Der Grundgedanke von Diözesanpräses Albert Müller war bei der Predigt, die auf dem Jakobsweg entstanden ist: Wer eine Wallfahrt macht oder einen Pilgerweg begeht, geht manchmal auch Irrwege. Wer sich nicht mehr zurechtfindet, sollte an den Ausgangspunkt zurückkehren.

So hat auch das Seniorenleitungsteam der KAB in der Vorbereitung der diesjährigen Wallfahrt gesagt: "Fangen wir doch wieder von vorne an." Denn nach 20 Jahren Seniorenwallfahrt stellt sich die Frage, wo gibt es eine Kirche, die groß genug ist. 500 bis 800 Personen aufzunehmen, wo gibt es einen Wallfahrtsort, an dem wir noch nicht gesungen oder gebetet haben und wo können die Wallfahrer verköstigt werden. So wurde die Wallfahrtskirche „Maria im Grünen Tal" in Retzbach nach 1996 bereits zum zweiten Mal angesteuert.

In der heutigen Zeit stellt sich manches so dar, als hätte es in Gesellschaft. Politik und Wirtschaft nie eine Bewegung für Gerechtigkeit gegeben. Unter den Menschen geht es manchmal so zu, als ob es Jesus Christus und seine befreiende Botschaft nie gegeben hätte. Hat 2000 Jahre Christenheit nichts verändert? Präses Müller wörtlich: „Da werden Heime, in die Flüchtlinge untergebracht werden sollen, vorher schon abgebrannt. Da werden Gäste, Fremde, Flüchtlinge in unserem Land mit Argwohn, mit Neid, mit Feindseligkeit begrüßt.“

Auch die KAB sollte immer wieder nach dem richtigen Weg suchen. Bei der eigentlichen Aufgabe der KAB, wo vieles vorangebracht wurde, wo Erfolge erzielt wurden, stellt sich heute manches so dar, als ob davon wieder vieles zunichte gemacht wird: Arbeitnehmerschutzrechte, die Sicherung der Menschen im Alter wie Rente, in der Pflege.

Einsatz der KAB-Mitglieder

Der Sozialstaat verdankt unter anderem auch vieles dem Einsatz der Frauen und Männer der KAB und so werden immer wieder Frauen und Männer gebraucht, die Ideen und Gedanken umsetzen und sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Diözesanpräses Müller hat seinen Verband, die KAB, immer verstanden als eine Bewegung für soziale Gerechtigkeit. Die Gesellschaft, auch die Mitglieder in der KAB werden immer älter, jeder sollte sich aber hüten, daraus die falschen Folgerungen zu ziehen. Jeder hat ein Recht alt zu werden, jeder hat aber auch ein Recht darauf, in Würde alt zu werden und sollte von dem, was er einbezahlt hat, leben können. Wenn das nicht reicht, hat er ein Recht darauf, dass der Staat hilft. Der Staat hilft ja auch den anderen, die keine Steuern zahlen oder wenig getan haben und die Vorteile des Sozialstaates nutzen. Der Präses hat den Eindruck, dass Verantwortliche und die Politik von denen, die ein bisschen mehr Geld haben, so manipuliert werden, damit die Gesetze so sind, dass sie gut heraus kommen. Dabei gibt es aber viele, die auf der Strecke bleiben und denen das Notwendigste fehlt.

Albert Müller sprach die Maikundgebung der KAB unter dem Motto „Der Sozialstaat fällt nicht vom Himmel" an, bei der er damals in seiner Predigt sagte: „Doch! Er ist vom Himmel gefallen! Mit Jesus Christus ist die Liebe Mensch geworden, ist Gerechtigkeit und Friede unter den Menschen spürbar geworden. Der KAB ist die katholische Soziallehre, die christliche Sozialverkündigung ins Stammbuch geschrieben. Bei weitem ist nicht alles, was da geschrieben ist, schon eingelöst und manches ist bis jetzt noch nicht entdeckt oder angepackt. Dabei müssen wir feststellen, dass wir uns schon wieder in der Gegenbewegung befinden, dass Errungenes abgebaut wird. Es muss Wegweiser geben!“

Zurück an die Anfänge

„Wenn wir einsehen, wenn wir spüren, wenn wir im Herzen fühlen: wir haben uns als Gesellschaft, als Wirtschaft, als Kirche oder Pfarrgemeinde verrannt, dann bleibt eben nur der Weg zurück. Zurück an die Anfänge, Umkehr, neu anfangen, das ist unabhängig vom Alter immer wichtig. Jeder Tag mit seinen Aufgaben liegt vor uns und es liegt auch an uns, wie wir diesen Tag und unser Zusammenleben gestalten und was wir daraus machen.“ Müller zum Schluss seiner Predigt: „Jesus hat jeden versprochen, der sich auf den Weg macht und der mit ihm diesen Weg geht, dass er ihm und ihr beisteht. Denkt zu allererst an das Reich Gottes, das ist die zentrale Botschaft aus dem Evangelium. Für dieses Reich Gottes zu arbeiten, dafür Zeugnis abzulegen, ist unsere Berufung.“

Im kommenden Jahr wird die 21. Seniorenwallfahrt der KAB am 30. August 2016 voraussichtlich nach Plankstetten führen.

Udo Scherzer

Sehen Sie dazu auch unseren Bericht im KAB-Internet Bamberg