Aktuelles

30.09.2021

Alles Fleisch

Spieldauer: 90 Minuten

Kartenvorverkauf: Karibu Weltladen und Kronacher Keramik Schäuble

Infos unter: 0151 55540196 und 0175 9276105

Inszenieren, proben, aufführen in Zeiten von Corona, geht das? Wir wagen es, weil das Stück brandaktuell ist. Es geht um Massentierhaltung. 

Innerhalb der Familie Schwarte prallen die Widersprüche aufeinander. Da ist zum einen Philipp, der Chef eines Fleischkonzerns, zum anderen sein Bruder, der Amtstierarzt, der zwischen allen Stühlen sitzt. Dessen  Frau Marianne engagiert sich im Weltladen für den globalen Süden, die gemeinsame Tochter Lisa ist eine glühende Tierechtlern. Ihre Freundin Hanna, eine Linke, prangert die Arbeitsverhältnisse im Schwarte- Konzern an und versucht, sich als Journalistin in der Lokalzeitung der kleinen Stadt zu behaupten.

Mit Blick auf die Hygieneregeln inszeniert, ist das Stück nicht nur ästhetisch ein spannendes Unterfangen. Es stellt unbequeme Fragen. Wie wirkt sich die Massentierhaltung aus - auf unsere Umwelt, auf den globalen Süden? Was tun wir den Tieren an? und letztlich: Was kommt bei uns auf den Tisch? Im Mikrokosmos einer deutschen Kleinstadt geht unser Stück diesen Fragen nach.

Der Philosoph Max Horkheimer hat unsere Gesellschaft mit einem Wolkenkrater verglichen: Ganz oben die Eigentümer, die Finanzindustrie, die sich bekämpfenden Manager, darunter die politischen, militärischen und akademischen Eliten, gefolgt von Handwerkern, Proletariern und Kranken. Darunter das koloniale Massenelend, das alle Begriffe übersteigt, bis der Keller des Wolkenkratzers erreicht wird: Unterhalt der Räume, in denen millionweise die Kulis der Erde krepieren, wäre dann das unbeschreibliche unausdenkliche Leider der Tiere, die Tierhölle.

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