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07.12.2019

Menschenwürdige Arbeit jetzt auf politische Agenda setzen

Der Welttag wurde von den Gewerkschaften 2006 ins Leben gerufen, um an die unmenschlichen Arbeitsbedingungen weltweit zu erinnern. Ob in den deutschen Großfleischereien, in Redaktionen der Zeitungsverlage, im Hochschulbereich, im Einzelhandel oder im Bereich der Zeit- und Leiharbeit, immer noch leiden Arbeitnehmer*innen unter prekären Arbeitsverhältnissen, schlechter Bezahlung, Sonntagsarbeit, befristeten Arbeitsverträgen, unmenschlichen Arbeitszeiten und -bedingungen.

Gute Arbeit beginnt mit existenzsicherndem Mindestlohn

Mit Lesungen, Fürbitten und Diskussionen werden am 7. Oktober, dem Welttag für menschenwürdige Arbeit, viele KAB-Vereine und -gruppen diese Thematik aufnehmen und sich für gute Arbeit einsetzen. „Menschenwürdige Arbeit beginnt mit einem existenzsichernden Mindestlohn von derzeit 13,69 Euro brutto pro Stunde“, fordert Maria Etl, Bundesvorsitzende der KAB Deutschlands. Die KAB kritisiert, dass trotz der gesetzlichen Mindestlohnregelung immer noch unzähligen Arbeitnehmer*innen in vielen Branchen und Handwerksbetrieben der Mindestlohn vorenthalten werde. „Es ist ein Skandal, dass osteuropäische Arbeitnehmer in der Fleischindustrie zu Hungerlöhnen von Sub-Unternehmen angestellt werden und so für den Reichtum deutscher Fleischbarone sorgen. Klare Regeln und Gesetze, die vor Ausbeutung schützen, gehören auf die politische Agenda“, betont Bundesvorsitzende Etl.

Mit dem bundesweiten Begegnungstag am 7. Oktober will der katholische Sozialverband diese Missstände stärker in den Focus des Verbandes und der Öffentlichkeit rücken und Menschen sensibilisieren genauer hinzuschauen, wie die Arbeitsbedingungen vor Ort sind.

Menschenwürdig arbeiten – Solidarität leben
Zu der Aktion „Menschenwürdig arbeiten – Solidarität leben“ am 7. Oktober hat die KAB an alle Vereine Informationen, Material und Gestaltungsvorschläge versandt, um die Begegnungen inhaltlich zu begleiten.

Matthias Rabbe, Pressereferat KAB Deutschlands e.V.