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07.06.2019

Sonntagsöffnungen in Bayern: FDP allein zu Haus

Die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag ist mit ihrem Vorschlag die Ladenöffnungszeiten am Sonntag und Werktagen auszuweiten, von allen anderen Fraktionen allein gelassen worden.

„Es scheint, dass die Politik in Bayern endlich zur Vernunft kommt“, erklärte Erna-Kathrein Groll, Landesvorsitzende der KAB Bayern, nachdem die Fraktionen von SPD, Die Grünen, CSU und FW den FDP-Vorstoß ablehnten. Im Vorfeld dieser Landtags-Entscheidung hatte die bayerische Allianz für den freien Sonntag bereits Überlegungen des Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den Anlass-Bezug bei Sonntagsöffnungen zu streichen. Noch als Abgeordneter hatte sie der FW-Politiker mit der Allianz zusammen gegen die Ausweitung der Verkaufszeiten an Sonn- und Feiertagen ausgesprochen. KAB-Vertreter Erwin Helmer hatte daraufhin von Wortbruch auf dem Rücken der Beschäftigten gesprochen.

Dies sehen auch die Grünen im Landtag so. Die Folge seien mehr Mini-Jobs, Teilzeit- und Leiharbeit, so die Grünen-Politikerin Barbara Fuchs. „Die Arbeitszeiten dürfen nicht unsozialer werden“. Zudem wären die Leidtragenden die kleinen Geschäfte und der Mittelstand, erklärte Andreas Schalk von der CSU-Fraktion. Der bayerischen Wirtschaft gehe es gut, meint SPD-Politiker Michael Busch. „Das Konsumverhalten und die Konsummöglichkeiten sollten nicht unendlich ausgedehnt werden“. Damit wurde auch der FDP-Vorschlag täglich rund um die Uhr einkaufen zu können abgelehnt. Weiterhin sind die Geschäfte werktags in Bayern von 6 bis 20.00 Uhr geöffnet.

Erna-Kathrein Groll betonte, dass die KAB in Bayern genauso wie in den anderen Bundesländern auch weiterhin für den Sonntagsschutz kämpfe. „Mensch, Familie und Gesellschaft brauchen eine freie gemeinsame Zeit, ohne die ein soziales Leben nicht möglich ist“, sagte die Landesvorsitzende der KAB Bayern.