Aktuelles

06.09.2018

Wir ziehen zur Mutter der Gnade

Beginn der Fußwallfahrt

Auf dem Weg

Banner und Einzug

Einzug

Voll besetzte Basilika Maria Brünnlein

KAB Diözesanpräses Albert Müller und die Konzelebranten

Musikverein Wallenfels

Die Wallfahrer verlassen die Basilika

Aus allen Teilen der Erzdiözese kamen mit vierzehn Bussen fast 700 Wallfahrer zu dieser größten Veranstaltung der KAB Bamberg. Vom Treffpunkt bei der Leonhard-Fuchs-Schule zog der Wallfahrtszug mit KAB-Präses Dekan Albert Müller singend und betend zur Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein. Angeführt wurde die Wallfahrt von 20 KAB-Bannern und begleitet wurde sie vom Musikverein Wallenfels. Bei der Kirche angekommen wurden die Gläubigen vom Wallfahrtsdirektor Norbert Traub in Empfang genommen.

Die Wallfahrtsbasilika birgt viele Kunstschätze und gibt ein Zeugnis vom tiefen Glauben unserer Vorfahren, die den Raum geplant und gestaltet haben. Im April 1782 wurde diese Rokokokirche geweiht. Das Gnadenbild, eine Marienfigur, bildet den Mittelpunkt in dieser von Papst Johannes Paul II. 1998 zur Basilika minor erhobenen Kirche, die nach einer Generalsanierung in den Jahren 2000 bis 2003 heute im hellen Glanz erscheint. Das Besondere der Wallfahrtsbasilika ist der Brunnen-Altar mit dem Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Wemding” – Mutter der Gnade. Zu ihren Füßen fließt frisches Quellwasser aus goldenen Muscheln in vier Schalen nieder. Viele Gläubige benetzen ihre Augen damit und vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter.

Die KABler aus der Erzdiözese Bamberg füllten die zusätzlich bestuhlte Basilika bis auf den letzten Platz. Im Gotteshaus begrüßte Wallfahrtsdirektor Traub die Gäste aus der Erzdiözese Bamberg und gab einige Erläuterungen zur Wallfahrt und zur Basilika. Neben dem Hauptzelebranten KAB-Präses Dekan Albert Müller wirkten außerdem Wallfahrtsdirektor Norbert Traub, Pater Thomas, Pfarrer Oliver Schütz, Pater Cyriac und Julian Altmann mit. In der Predigt stellte der KAB-Präses die Frage: Warum ziehen wir zur Mutter der Gnade, warum pilgern und wallfahren überhaupt so viele Menschen jeden Alters? Wie bei allen Heiligtümern wird hinter den Heiligen und Maria die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes gesehen, seine Liebe zu uns. So ist auch die heutige Wallfahrt ein Ausdruck der Verehrung der Gottesmutter, wir ehren und bewundern sie, wir vertrauen auf ihre Fürsprache. Mit der heutigen Wallfahrt verbinden die KABler zwei Anliegen, sie wollen Gott suchen, begegnen und verehren, aber sie suchen auch die Gemeinschaft und Begegnung mit Gleichgesinnten. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst!” In diesem Sinn hat der Glaube an Gott auch immer eine soziale Dimension. Die KAB ist ein sozialpolitischer kirchlicher Verband, der sich für eine gerechtere und solidarische Welt und sich für Gerechtigkeit in der Arbeitswelt einsetzt. So für einen gerechten Lohn, einen realistischen Mindestlohn und eine solidarische Alterssicherung. Die KAB zeigt sich auch solidarisch in der Weltbewegung christlicher Arbeitnehmer (WBCA) und unterstützt das Partnerprojekt Fivoy in Madagaskar.

Die Mutter der Gnade, so Müller, soll uns Vorbild sein und unseren Glauben stark machen für einen größeren Glauben an Gott und an eine bessere Welt. Wir sollen bei all unserem Tun Gott um Rat fragen „Jesus was soll ich tun?”, so wie wir es von Maria kennen gelernt haben, als sie bei der Verkündigung fragte „wie soll das geschehen?”. Müller zitierte auch das Magnificat „der die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht”. Sollten wir nicht von dieser Beherztheit lernen, denn das ist Solidarität mit den Kleinen und Kleingemachten.

So könnte das Gnadenbild vom Wemding zu uns sprechen: „Schaut auf ihn und hört auf ihn! Lasst seine Frohe Botschaft vom Reich Gottes unter den Menschen Wirklichkeit werden, nehmt eure Verantwortung ernst und vertraut auf die Möglichkeiten Gottes!”

In der Mittagespause wurde auch eine Solidaritätssammlung durchgeführt. Ihr Erlös wurde in diesem Jahr dreigeteilt, ein Drittel für die Frauenprojekte in Madagaskar und ein Drittel für die CAH (Christliche Arbeiterhilfe), die schnelle und unbürokratische Hilfen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewährt. Ein weiteres Drittel geht an Pater Cyriac aus Windheim, der aus der indischen Provinz Kerala stammt, die durch ein Jahrhundert-Hochwasser schwer geschädigt wurde, Mensch und Tier wurden getötet und Hab und Gut vernichtet. Eine logistische Meisterleistung hat das Wallfahrer-Wirtshaus und das Lokal Meerfräulein in Wemding vollbracht. Die große Schar der Teilnehmer der 23. Seniorenwallfahrt wurden innerhalb kürzester Zeit gut und reichlich mit drei zur Verfügung stehenden Mittagessen versorgt.

Viele Gläubige ließen sich den Wassersegen nach dem Mittagessen in der Basilika geben, den der Wallfahrtsdirektor Norbert Traub spendete. Auch vom Heilwasser am Brunnen-Altar wurden viele Fläschchen von den Wallfahrern gefüllt, an Ort und Stelle die Augen benetzt oder auch vom Wasser getrunken.

Nach der offiziellen Verabschiedung durch Präses Albert Müller, der auch den Dank an alle Teilnehmer und Helfer und besonders an Heike Morbach aus dem KAB-Büro für die gute Organisation aussprach, sowie den schmissigen Klängen vom Musikverein Wallenfels, hat jede Busgemeinschaft ihr eigenes Nachmittagsprogramm individuell gestaltet.

Die jährliche Seniorenwallfahrt der KAB ist auch ein Tag der Begegnung. Viele freuen sich, Freunde und Bekannte aus anderen Ortsgruppen und Gemeinden zu treffen, sich auszutauschen oder alte Erinnerungen aufzufrischen. Die KAB ist wie eine große Familie und das ist gut so. Es war wieder ein großartiges Gemeinschaftserlebnis dieser Tag in Wemding. Dazu trugen bei die schöne Kirche mit Brunnenaltar und Gnadenbild, der eindrucksvolle Gottesdienst sowie die gute Organisation von Mittagessen und der gesamten Wallfahrt. Da reift bei vielen schon die Vorfreude auf die nächste Seniorenwallfahrt 2019.

Udo Scherzer